Demenz

UnbenanntDiesmal widme ich mich einem ernsten Thema. Ich habe vor kurzem eine sehr, ja, unter die Haut gehende TV-Reportage „Leben, lieben, vergessen“ (ARD)  gesehen. Bei der nur knapp über 40 Jahre alten Yvonne, einer lebenslustigen Frau, wird Alzheimer diagnostiziert. Die Reportage begleitet sie und ihre Familie (Gatte, Kind)  durch die nächsten 3 Jahre und zeigt den Krankheitsverlauf, aber vor allem auch wie die Probleme und wie die Beteiligten damit umgehen.

Zu Beginn schaut alles noch recht harmlos aus. Ein bisschen vergesslich ist man, die Familie nimmt es, so scheint es, mit Humor. Nach und nach kommen immer mehr Untersuchungen, die Krankheit rückt weiter vor und damit immer mehr in den Mittelpunkt der Familie. Mann und Sohn tun ihr Bestes, können aber nur bedingt helfen. Unwillkürlich baut sich auch eine gewisse Distanz auf. Yvonne muss dann in eine Klink, es wird immer mehr Pflege notwendig.

Ich will gar nicht zuviel schreiben, wer sich für die Thematik interessiert, kann sich die Reportage selbst in der Mediathek der ARD ansehen (Link). Aber es ist nichts, was man sich mal eben so nebenbei ansieht. Es geht unter die Haut.  Die Reportage selbst wird zB in diesem Forum ziemlich kontovers diskutiert. Ein paar persönliche Gedanken dazu:

Der Film nimmt stark Bezug auf die Familie. Der Mann tut sein Bestes, aber er kann den Verlauf der Krankheit nicht stoppen. Die beste Freundin der Familie, die anfangs „nur“ aus Freundschaft hilft, zieht schliesslich ein und wird die neue Partnerin des Mannes, anfans heimlich, später offen. Der Sohn zieht sich immer mehr zurück, die immense Belastung ist am anzusehen.

Im o.a. Forum wird die Rolle des Mannes unterschiedlich gewertet. Ich für meinen Teil kann nur sagen – wer nicht in dieser Situation ist, kann sicher nicht ermessen, wie sich das Leben verändert. Man sollte daher nicht vorschnell urteilen. Das ist eine Extremsituation, in der niemand den ersten Stein werfen sollte.

Ich möchte an dieser Stell auch auf einen interessanten Beitrag von Holly in ihrem Blog hinweisen, in dem sie ihre Gedanken zum Buch „Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil“ mit uns teilt. Sehr lesenswert!

Noch ein Wort zu der Eingangsgrafik: Ich habe lange überlegt, und habe mich für die verblassenden Fragezeichen entschieden. Sie stehen dafür, dass die Erinnerungen immer schwächer werden, es aber umso mehr Fragen gibt.

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s