Arigatou gozaimasu oder Japanisch für Runaways

UnbenanntKonnichiwa, meine Lieben! Wie unschwer zu erkennen ist, dreht sich der heute Beitrag um Japan, genauer gesagt um die japanische Sprache.
Wir haben heute im Rahmen eines kleinen Workshops in einer VHS erste Erfahrungen sammeln dürfen.

Irgendwie ist uns der Floh ins Ohr gesetzt worden, einmal nach Japan zu fliegen. Nicht dieses Jahr, wahrscheinlich auch nicht nächstes Jahr, aber irgendwann. Umso erfreuter waren wir, als in einer Wiener VHS ein kurzer Japanisch Workshop zum Schnuppern angeboten wurde. Nicht nur die Sprache, auch Land und Leute sollten Thema sein. Also haben wir mutig drauflos gebucht – und heute war es soweit und – soviel kann ich schon verraten – es war ein sehr interessanter Abend.

Zu beginn gleich ein „Schock“ – wir waren die beiden einzigen Teilnehmer. Davon erholten wir uns dank unserer Trainerin schnell. Eine wirklich entzückende und sehr nette Japanerin, die seit knapp 10 Jahren in Wien lebt und mit einem Österreicher verheiratet ist. Ihr Deutsch ist für einen Japaner hervorragend, auch wenn es sich für unsere Ohren natürlich lustig anhört. Viele Aaas und Ooos, die Selbstlaute klingen sehr lang, und die Sprachmelodie ist ganz anders als bei uns. Die Worte sprudeln wie ein Brunnen aus ihr heraus 🙂

Da wir nur zu zweit sind, können wir sie auch viel fragen, und erfahren neben den ersten Redewendungen auch einiges über die japanische Gesellschaft und Bräuche. Mal sehen, was habe ich mir gemerkt:

  • Was man in Japan frühstückt: traditionell Reis mit Beilage, modern Toast (in Richtung British Breakfast)
  • dass man sich nicht die Hand gibt, sondern sich verneigt (die Tiefe der Verneigung zeigt das Maß an Höflichkeit und Respekt)
  • Wie man seine Visitenkarte übergibt bzw eine andere entgegennimmt (mit beiden Händen, man betrachtet sie, bevor man sie sorgfältig in eine Schatulle gibt)
  • daß man zb beim Einkaufen keinen direkten längeren Augenkontakt mit dem Verkäufer hält – dies wird als unhöflich oder agressiv empfunden
  • Kein Bussi-Bussi oder Umarmungen in der Öffentlichkeit
  • dass es in Tokio auch ein Oktoberfest gibt
  • Wo es in Wien gute japanische Restaurants gibt
  • und…und…und……

Aber zurück zur Sprache: Die ersten Redwendungen wie Guten Tag, auf Wiedersehen….sind eigentlich recht schnell gelernt. Die Betonung ist für mich ein bisschen problematisch, denn als alter Lateiner hat man einen gewissen Sprachrythmus, der im Japanischen fehl am Platz ist :-).  Aber das ist alles nichts gegen die Schrift: Zum Einen gibt es mehrere Schriftarten (von denen ich mir nur Kanji und Kana gemerkt habe). Zum Anderen scheint es mir unvorstellbar, dass ich mir auch nur ein einziges Schriftzeichen merke, geschweige denn schreiben kann. Fasziniert betrachten wir japanische Werbeprospekte, die sie mitgebracht hat, bzw Lehrbücher. Wenn ich es mir richtig gemerkt habe, gibt es ein paar 1000 Zeichen. Wahnsinn! Und gleichzeitig Respekt, wenn man das kann. Die Zeichen sind auch schön anzusehen. Lachen muss ich, als ich einen Deutsch-Sprachführer für Japaner sehe. In comicartigen Bildern werden Situationen dargestellt, der Text in den Sprechblasen ist japanisch und deutsch. Wir schlagen zufällig eine Seite auf, bei dem es um den Besuch eines Weihnachtsmarktes gehen dürfte. Wie passend! Eine halbe Seite widmet sich dem Thema „Wie bestelle ich einen Punsch oder Glühwein?“

Faszinierend der Blick in einen Stadtplan von Tokio. Das U-Bahn/Schnellbahnnetz erinnert mich in seiner Komplexität an die Darstellung einer elektronischen Platine.

Der Workshop war eine sehr nette Sache, ich glaube, auch unserer Trainerin hat es ein bisschen Spass gemacht. Und ein paar Redewendungen, die zumindest ein Grüssen und Danken ermöglichen (was immer das Wichtigste ist), konnten wir auch mitnehmen – so ähnlich wie hier. Darüber hinaus ein kleiner Einblick in japanische Bräuche, der auch zum Verständnis dieser Kultur beiträgt. Und alleine deswegen hat es sich schon gelohnt.

Ach ja, kurz zum Titel: Arigatou gozaimasu heisst „Vielen Dank“ und ist die mittelhöfliche Art des Bedankens. Und die Phrase „Japanisch für Runaways“ ist natürlich von Otto inspiriert.

PS: Sehe gerade, daß der Kreis in der von mir via GIMP selbst erzeugten japanischen Flagge etwas zu tief sitzt – man möge es mir verzeihen.

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