Disco, Disco…….

Es ist in unserer Firma zu einer Discolieben Gewohnheit geworden, am Abend des 31.10. gemeinsam wegzugehen.

Es beginnt mit einem Essen, meist in einem Lokal in der Innenstadt. Soweit der brave Teil der Veranstaltung :-). Danach wird meist ein Wechsel in eine Bar vorgenommen,, wo man den Abend/die Nacht gemeinsam ausklingen lässt.

Dieses Jahr hat es uns in eine Diskothek in der Wiener Johannesgasse verschlagen. Nun, mein letzter Discobesuch liegt schon, na sagen wir, 18 Jahre zurück. Aber im Herzen ist man ja jung geblieben :-)- Also, auf ins Getümmel….
Ich merke schon am Eingang, daß sich die Zeiten geändert haben – der Türsteher lässt uns anstandslos passieren und begrüsst uns freundlich. Mann, sind wir offenbar alt geworden…

In der Disco, pardon, heute sagt man Club, ist es sehr laut, und ziemlich verraucht. Eine Unterhaltung ist nur im Schreien möglich. Mit Genugtuung stelle ich fest, daß ich mit meinen 40+ im guten Mittelfeld des Publikums liege. Wir kämpfen uns zu einer freien Stelle an der Bar durch, neben der Tanzfläche, mit gutem „Rund-um-Blick“. Es is Halloween, und dementsprechend sind die Leute verkleidet. Fast fallen wir mit unseren Anzügen etwas aus dem Rahmen….

Unsere beiden „Youngsters“ in der Gruppe zieht es sofort auf die Tanzfläche, auf der zwar schon viel los ist, es aber relativ gesittet zugeht. Hach, wenn ich mich erinnere, was los war, als wir vor 20 Jahren zu Sunday,bloody Sunday von U2 getanzt haben…kein Vergleich. Die Musik ist gar nicht so schlecht…aktuelle Hits wie Blurred Line wechseln sich mit Liedern der 90er ab. Ich ertappe mich, wie ich mitwippe, mehr geben meine eingerosteten Hüften nicht her. Bei „What is Love“ aus 1993 von Haddaway werde ich von jüngeren Kollegen auf die Tanzfläche gezerrt “ das war doch Deine Zeit, Wolfgang!“. Ja, das war sie,und ich fand das Lied damals schon nicht so toll….aber ich tue Ihnen den Gefallen und shake mit. Ja, doch, es ist ganz lustig. Usere Youngsters nehmen langsam auch Kontakt mit den umstehenden Damen auf….es scheinen heute erstaunlich viele Single-Damen unterwegs zu sein. Aber irgendwie wollen die Funken nicht sprühen…

Während ich den Versuchen der Umstehenden, sich näherzukommen, zusehe, muss ich an meine Maus denken, die schon zu Hause ist. Wie schön es ist, jemanden gefunden zu haben, mit dem man sein Leben teilen will. Ein Gefühl von Dankbarkeit durchströmt mich.

Um 1 Uhr, nach kurzweiligen 2 Stunden, beschliesse ich zu gehen, der harte Kern bleibt noch. Beim Hinausgehen (eigentlich -drängen, der Laden ist voll) lächelt mich eine eigentlich ganz gutaussehende Dame an (mit halloweenmäßig silbergeschminktem Gesicht) sehr nett an. Ich lächle höflich zurück, nicke ihr freundlich zu und eile Richtung Garderobe davon. Was soll ich denn sonst tun?

Um zur Garderobe zu kommen, muss man eine zweite Tanzfläche überqueren. Dabei werde ich werde von einem, naja, ich denke 30j Mann angesprochen mit den Worten „Ich würde gerne eine Versicherung bei Dir abschliessen“. Das muss an dem Anzug liegen. Oder ist das ein Code für irgendetwas Unanständiges? Egal, ich nicke wieder freundlich und kämpfe mich weiter zur Garderobe durch. Schnell den Mantel und dann ab auf die Strasse.

Draussen fällt mir zuerst das Rauschen in meinen Ohren auf….wie laut es drinnen gewesen sein muss. Dann die frische Luft…herrlich! Ich beschliesse, noch einen Spaziergang durch die Stadt zu machen, bis zum nächsten Taxistandplatz. Den Luxus einer Heimfahrt gönne ich mir noch.

Im Taxi lasse ich den Abend noch mal Revue passieren. Es war sehr schön, sich wieder einmal auf diese Weise der Musik hinzugeben. Jede Woche brauche ich es nicht, aber so ein paar mal im Jahr kann man es schon wagen. Mir fällt die silber geschminkte Dame ein, die mich so nett angelächelt hat. Ein bisschen schmeichelt es einem ja schon, wenn man vielleicht doch noch einen kleinen Marktwert hat.

Zu Hause angekommen, treffe ich auf meine schon schlafende Maus. Ich streichle ihr liebevoll über den Kopf, sie wacht kurz auf, lächelt mich an, und stellt fest:“ Da ist er ja, mein Disco-Wolf. Muss ich eifersüchtig sein?“. Ich kann mit gutem Gewissen mit „Nein“ antworten, und füge wahrheitsgemäß hinzu „Dir konnte keine das Wasser reichen“. Sie lacht „dann ist es ja gut, das wollte ich hören“ und gesteht mir zu, daß ich länger schlafen darf. Dann schickt sie mich noch unter die Dusche, der Rauch hat sich im Gewand und am Körper festgehaftet.

Nächster Tag:
Mein Hals schmerzt vom vielen Schreien in der Disco, die Ohren dröhnen noch ein wenig, und ich spüre (trotz Laufraining) ein wenig meine Beine. Und müde bin ich. Wie halten das die Jungen nur aus?

Wie schön, daß ich das nicht mehr jede Woche machen muss 🙂

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Ein Gedanke zu „Disco, Disco…….

  1. Pingback: Langes Wochenende…. | Wolfgang´s Weg

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